Erfinder Labudde präsentiert Skelettvermessung am kommenden 4. Prozesstag, den 27.1.2026
Presseerklärung der Soligruppe:
Am Dienstag, den 27. Januar soll im Prozess am OLG Düsseldorf gegen 6 Antifaschistinnen ein fragwürdiger Wissenschaftler ein Gutachten abliefern, das auf einer problematischen Methode beruht: Aus Videomaterial wird dabei ein digitales Skelett (“Rig”) von Beschuldigten rekonstruiert und dieses mit einer 3D-Körpervermessung der Person verglichen. Zur Vermessung wird Gewalt eingesetzt. Professor Dirk Labudde von der Hochschule Mittweida versucht auf diesem Wege, die Erfindung aus seiner Firma “FZ forensic.zone” zu vermarkten und ist sein eigener Sachverständiger. Wissenschaftlerinnen bezweifeln die Seriosität der Methode. Sie dürfe nicht zentrales Beweismittel sein und ist rechtlich problematisch. 1 “Die mit Sicherheit wissenschaftlich unseriöse Beweisführung hat Methode. Sie wurde bereits in den vergangenen Prozessen gegen Antifas eingesetzt. Beschuldige werden erst zu
Versuchskaninchen und dann als vermeintliche Täter überführt”, sagt Maarten Sonnefeld, Pressesprecher der Soligruppe Düsseldorf-NRW.
Für den Düsseldorfer Prozess erstellten Polizeibeamtinnen am 2.4.2025 unter Zwang Fotos von Emmis Körper. Die fachlich nicht anerkannte Methode wurde bereits zweimal in Verfahren gegen Antifaschistinnen eingesetzt: Im “Budapest-Komplex” wurde ein lasergestütztes 3D-Modell von Hanna S. angefertigt. Auch wurde sie an Johann G. für das OLG Dresden im “Antifa-Ost-Prozess” angewandt. Die Anklage stützt darauf nicht weniger als eine Anklage wegen versuchten Mordes. Die fragliche Person auf dem Fluchtvideo sei “äußerst wahrscheinlich” der Angeklagte, heißt es dort aber lediglich.2
Der Erfinder Dirk Labudde spricht selbst lieber nicht von einer Identifizierungsmethode, sondern von Wahrscheinlichkeiten. Seine “Methode sei noch in der Entwicklung und benötige weitere
Forschung”. Laut Labudde war aber “bisher keines seiner Gutachten „bewiesen falsch“. Manche wurden nur nicht anerkannt.”3
“Ein selfmade Sachverständiger bastelt an einer Methode, die nicht einmal fertig entwickelt ist. Da der geladene “Sachverständige” Dirk Labudde als Einziger weltweit mit exakt dieser Methode arbeitet, ist eine wissenschaftliche Qualitätssicherung nicht gegeben. Es ist gruselig, mit welchen Quacksalbern sich das OLG Düsseldorf einlässt”, sagt Rabea Mittelspecht von der Soligruppe Düsseldorf-NRW.
Auch Hanna hatte man mit Gewalt in der JVA unter Vorspiegelung falscher Tatsachen (familiärer Besuch) bis auf die Unterwäsche ausgezogen und gegen ihren Willen vermessen. Dazu zwangen sie zwei Wärterinnen am 13.3.2025 auf eine Liege und zogen sie bis auf die Unterhose aus. Zwei Studentinnen des ebenfalls anwesenden Herrn Labudde klebten Markierungen auf Hannas Körper und machten Fotos.4 Zwar sei ein ‚aufrechter Stand‘ für diese Scans eine Voraussetzung, doch
Hanna wurde von 2 Beamtinnen gebückt gehalten, um die Vermessung durchzuführen.5
Wie sagte schon Wie sagte schon ein Strafverteidiger im Berliner Landgericht: “Die Methode ist komplett für den
Mülleimer”.6
1 Prof. Dr. Dominik Brodowski und Anne Zettelmeier: 3D-Modell zur Analyse von Bewegungen von Tatverdächtigen
Zweifel am Beweiswert digitaler Skelette: https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/olg-muenchen-8st324-hanna-s-
linksextremisten-erstes-urteil-budapest-komplex
2 https://alleantifa.noblogs.org/post/2025/08/01/16-07-2025-bericht-vom-26-prozesstag/
3 https://alleantifa.noblogs.org/post/2025/06/22/04-06-2025-bericht-vom-21-prozesstag/
4 https://alleantifa.noblogs.org/post/2025/03/28/25-03-2025-bericht-vom-7-prozesstag/
5 https://alleantifa.noblogs.org/post/2025/06/22/04-06-2025-bericht-vom-21-prozesstag/
6 siehe Antifa Infoblatt Nr 149 Winter 2025, S. 62-63.
Kontakt:
Pressesprecher*innen Rabea Mittelspecht / Maarten Sonnefeld
Tel: 0157 33280760
Instagram: @budpestsoligruppeduesseldorf
Website https://bsg-nrw.org/