23. Verhandlungstag – 3. Juni 2026

Auch der 23. Verhandlungstag in Düsseldorf war deutlich kürzer als geplant. Es wurde nur eine Zeugin zum Angriff in Erfurt gehört, die wusste allerdings nichts Neues zu berichten.

Zu Beginn der Verhandlung brachte Rechtsanwältin Eder eine Erklärung ein. Es ging nochmal um den häufiger erwähnten Bildartikel, indem schon wenige Wochen nach dem Angriff einige Personen inklusive Namen und Bild als vermeintliche Täter*innen dargestellt wurden. Dies dürfte die Erinnerung der Zeug*innen beeinflussen, sollten sie den Artikel gelesen haben.

Dann wurden noch einige Lichtbilder von Verletzungen im Hals- und Gesichtsbereich, vermutlich einer angegriffenen Person aus Budapest, gezeigt.

Nach einer knapp einstündigen Pause am Vormittag wurde die Zeugin M. aus Erfurt gehört. Die Anwohnerin hatte den Angriff auf den Fascho Beuthe von ihrem Balkon aus gesehen, konnte sich aber an keine Details mehr erinnern. Einen Angriff auf eine zweite Person hatte sie selbst nicht gesehen. Es folgten die mittlerweile bekannten Fragen: Ob mit Gegenständen angegriffen wurden, ob etwas gerufen wurde, wo welche Personen gestanden hätten und wohin sie gerannt seien, welches Geschlecht die Personen hatten, wie die Verletzungen wahrgenommen wurden. Nach über 3 Jahren hatte M. an keine dieser konkreteren Fragen mehr Erinnerungen. Auch an eigene Aussagen aus polizeilichen Vernehmungen konnte sie sich nicht mehr erinnern.

Dafür wurde an diesem Verhandlungstag erneut deutlich, wie schlampig die Vernehmungsprotokolle von der Polizei erstellt wurden. So waren auch diesmal keine Fragen, die die Polizei gestellt hatte, im Protokoll vermerkt. Die Zeugin war sich nämlich sicher, dass sie Details nicht von sich aus, sondern erst auf Nachfragen angegeben hatte. Schon bei einigen anderen Zeug*innen war unklar, aufgrund welcher Fragen ihre Aussagen zustande gekommen waren.

Richtig irritierend wurde es, als die Zeugin erklärte, sich sicher zu sein, dass sie bei ihrer ersten Vernehmung am Tag des Angriffs von einem männlichen Polizisten vernommen worden war. Das Protokoll war jedoch mit „KHKin Weller“ (Krimminalhauptkommisarin), also einer Polizistin unterzeichnet worden. Diese Unstimmigkeit konnte nicht aufgeklärt werden und so wurde die Zeugin um 12.15 entlassen.

Damit endete auch dieser sehr kurze Verhandlungstag. Warum die Prozesstage (wenn sie denn stattfinden) weiterhin so kurz bleiben, obwohl scheinbar noch einiges zu verhandeln ist, lässt Zuschauende fragend zurück. Passend dazu werden auch die nächsten beiden Verhandlungstage (09.06. und 10.06.) ausfallen. Eigentlich sollten Faschos aus Budapest online verhört werden, dies scheint jedoch nicht zu klappen.